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Editorial: "Bisexualität ist etwas Wunderbares"

– so fasst eine Autorin dieses Heftes einen ersten schüchternen Ausflug in die Welt der Bisexualität zusammen. Und oh ja, das ist sie! Während ich hier sitze und dieses Vorwort verfasse, schwelge ich (und ich weiß, dass andere dies auch tun) noch in den Nachgedanken an das letzte bundesweite Bi–Treffen in Meschede im November, mit vielen wundervollen Begegnungen und einfach vielen wunderbaren Menschen.

Was ist denn nun so wunderbar und vielleicht besonders an der Bisexualität? Ich weiß von einem lokalen Stammtisch, an dem vor kurzem diskutiert wurde, ob Bisexuelle vielleicht intelligenter seien als der Durchschnitt der Bevölkerung. Das mag sein, das mag auch nicht sein. Ich mag mich in diese Diskussion nicht einmischen. Ist das denn wichtig, ist es das, was Bisexualität so wunderbar macht? Vielleicht doch eher das: um sich seine Bisexualität in dieser Gesellschaft einzugestehen, ist man fast gezwungen, sich Gedanken zu machen, sich auch mal gegen den Strom zu stellen, der einen der Einfachheit zuliebe in den Mainstream oder die eine oder andere Subkultur ziehen will. Und vor allem: sich mit dem eigenen und anderen Lebensmodellen zu befassen. Und das, denke ich, macht Bisexualität zu etwas Besonderem, zu mehr als nur einer weiteren eng begrenzten Schublade: die Offenheit und Akzeptanz gegenüber anderen mit ihren Vorstellungen und Lebensmodellen, die gerade in Zeiten erstarkender Intoleranz eine gemeinschaftliche Insel der Geborgenheit darstellt, für manche sogar so etwas wie eine neue Familie. Und diese zwischenmenschliche Nähe, für die Bisexualität sicher keine unbedingte Voraussetzung ist, die aber in unserer Community so stark vorhanden ist, vielleicht wirklich stärker als im Durchschnitt der Bevölkerung, das ist das Wunderbare, das so viele empfinden, wenn sie es nur zulassen können.

In diesem Sinne: pflegt den Keim dieser Nähe zwischen Euch und Euren lieben Menschen, und viel Spaß mit Eurem neuen BIJOU!

Euer BIJOU–Redaktions–Team